Was die Mengenart in einer Offerte festlegt
Eine Mengenart sagt, wie die Zahl neben einer Position zu lesen ist. Die NPK-Wegleitung des CRB trennt in ihrem Kapitel 11 die Standardmengenarten von den Mengenarten der Primär- oder Eventualvarianten und unterscheidet innerhalb dieser drei nochmals Vorausmass und Festmenge. [1] In welcher Einheit gemessen wird, entscheidet nicht die Mengenart, sondern die Ausmassbestimmung des Kapitels. [1][4]
Redaktionell geprüft: 13. August 2026
Fünf Angaben, und weiter reichen die Quellen nicht
- Die Einteilung stammt vom CRB in Zürich und steht in Kapitel 11 der NPK-Wegleitung für Anwender, Ausgabe 2025. [1]
- Sie arbeitet auf zwei Ebenen, erst die drei Mengenarten, dann innerhalb jeder von ihnen die Unterscheidung von Vorausmass und Festmenge. [1]
- Die Einheit einer Malerposition ist Quadratmeter, Laufmeter oder Stück, je nach Bauteil. [4]
- Die Malerarbeiten stehen in den Kapiteln NPK 675 innen und NPK 676 aussen, gegliedert in Hunderter- und Zehnergruppen. [4]
- Was eine Primär- oder Eventualvariante ausmacht, sagt keine der geprüften Quellen. [1][3][4]
Was Kapitel 11 der NPK-Wegleitung trennt
Die ganze Einteilung steht in einem Absatz, und dieser Absatz ist frei zugänglich. Das CRB, die Schweizerische Zentralstelle für Baurationalisierung in Zürich, beschreibt in der NPK-Wegleitung für Anwender der Ausgabe 2025, wie ein Leistungsverzeichnis in den Bauadministrationsprogrammen aufgebaut ist. Ihr Kapitel 11 heisst Mengenarten und sagt wörtlich:
«Die Bauadministrationsprogramme ermöglichen im Leistungsverzeichnis eine Differenzierung der Mengenarten. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Standardmengenarten und Mengenarten von Primär- oder Eventualvarianten. Innerhalb dieser drei Mengenarten wird weiter differenziert zwischen: Vorausmass oder Festmenge [...]» [1]
Zwei Ebenen stecken in diesen Sätzen. Die obere sortiert die Menge danach, ob sie zum Normalbestand des Verzeichnisses gehört oder zu einer Primär- oder Eventualvariante. Die untere gilt nach dem Wortlaut innerhalb aller drei und entscheidet, ob die Zahl eine Rechengrösse für die Offerte ist oder eine Zusage über die Abrechnung. Was der Absatz über Vorausmass und Festmenge im Einzelnen sagt und was daraus für deine Schlussrechnung folgt, steht unter Vorausmass und Ausmass.
Geldrelevant wird die Einteilung erst über das Obligationenrecht, denn die Wegleitung ist kein Gesetz. Ob eine Rechnung von der Offerte abweichen darf, hängt daran, was über den Preis vereinbart wurde: Bei einer zum voraus genau bestimmten Vergütung bleibt es nach Art. 373 Abs. 1 OR bei der Summe, bei einem gar nicht oder nur ungefähr bestimmten Preis bemisst ihn Art. 374 OR nach dem Wert der Arbeit. [2] Die Mengenart beantwortet daneben eine eigene Frage, nämlich welche Zahl überhaupt in die Rechnung geht. Eine Gegenüberstellung mit einem deutschen Regelwerk steht hier nicht, weil für diesen Eintrag keine deutsche Quelle zu Mengenarten geprüft wurde. [3]
Dieselbe Wegleitung hält fest, dass jedes NPK-Kapitel unter der Gliederungsziffer 020 eigene Ausmassbestimmungen führt. [1] Dort wird aus einer Mengenart eine gemessene Zahl. Die Ziffer steht ein zweites Mal im Merkblatt E Nr. 1 des Malerverbands SMGV, das die Gliederung der Malerkapitel abbildet und die Ziffer 020 dort in der Gruppe «000 Bedingungen» führt. [4] Der Katalog selbst bleibt kostenpflichtig und liegt der Redaktion nicht vor; jede Angabe über einzelne Positionen ist hier zweiter Hand. [1][3] Wer ihn herausgibt und was sonst in ihm steht, klärt CRB.
Welche Einheit eine Malerposition trägt
Drei Arten, eine Menge zu erfassen, kennen die Ausmassbestimmungen der Malerarbeiten. Nach Fläche in Quadratmetern gemessen werden Fassaden und Untersichten, Böden, Decken und Wände, Türblätter und Tore sowie Rollläden, Jalousien und Fensterläden. Nach Länge in Laufmetern, unter Angabe der Abwicklung, gehen Leibungen, Stützen und Säulen, Fenster- und Türrahmen, Fensterbänke, Treppenwangen sowie Rohrleitungen und Lüftungskanäle. Pro Stück erfasst werden Kleinteile wie Beschläge und Rückhalter, dazu Radiatoren, Konvektoren und Heizwände mit Angabe von Art und Dimension, Lüftungsgitter und Möbel. [4]
Diese Zuordnung stammt aus den Ziffern 5.2.2 bis 5.2.4 der Norm SIA 118/257, die der SMGV in seinem Merkblatt E Nr. 1 abdruckt; die Norm selbst liegt dieser Redaktion nicht vor. [4] Wie innerhalb dieser drei Arten gemessen wird, also welche Öffnung abgezogen wird und welche nicht, sammelt Ausmassregeln für Maler. Eine formale Codeliste der Einheiten, wie sie ein Katalogsystem üblicherweise führt, kommt in keiner der geprüften Quellen vor. Belegt sind die drei Ausmassarten und die Bauteile, die zu ihnen gehören, nicht die Kurzzeichen, unter denen ein Programm sie ablegt. [3][4]
Wie die Malerkapitel gegliedert sind
Für Malerarbeiten führt der Katalog zwei Kapitel, NPK 675 für innen und NPK 676 für aussen, dazu NPK 102 mit den besonderen Bestimmungen. [4] Beide sind in Hundertergruppen geteilt, und jede Hundertergruppe zerfällt in Zehnergruppen. Die Gruppe 000 heisst Bedingungen und enthält 010 Vergütungsregelungen, 020 Ausmassbestimmungen, 030 Begriffe, Abkürzungen, Verständigung und 040 Unternehmervarianten. Danach folgen die Bauteilgruppen, bei NPK 675 etwa die 200 für Beschichtungen auf Wänden mit 210 für verputzte Wände und 230 für Wände aus Holz und Holzwerkstoffen. [4]
Zwei Eigenheiten dieser Gliederung helfen dir beim Lesen einer Offerte. Jede Hundertergruppe endet auf einer Zehnergruppe x80 mit dem Titel Mehrleistungen; eine Zeile von dort ist systematisch eine Mehrleistung und kein Grundposten. [4] Und mehrere Gruppen führen Sammelpositionen, in denen laut Verband Vorarbeiten, Vorbehandlungen und Beschichtungen in einer einzigen Position vereint sind. [4] Zwei Offerten, von denen die eine mit Sammelpositionen und die andere mit Einzelpositionen arbeitet, sind deshalb verschieden tief aufgeschlüsselt, ohne dass die Leistung eine andere wäre.
Aus dieser Gliederung lässt sich ablesen, wofür die ersten zwei Ziffern einer Positionsnummer stehen: die erste für die Bauteilgruppe, die zweite für die Untergrund- oder Arbeitsart. Das ist die Lesart dieser Redaktion am abgebildeten Schema und kein Satz der Quelle. Was die dritte Ziffer bezeichnet, zeigt das Schema nicht, denn es endet bei der Zehnergruppe. [3][4]
Warum eine Mengenart keine Masseinheit ist
Im Umlauf wird der Begriff gern mit den Einheiten gleichgesetzt, in denen eine Position gerechnet wird. Das Kapitel 11 gibt das nicht her. Es unterscheidet Arten von Mengen und keine Arten von Einheiten, und es nennt keine einzige Einheit. [1][3]
Die Mengenart entscheidet, welche Zahl abgerechnet wird. In welcher Einheit sie steht, entscheidet die Ausmassbestimmung unter der Ziffer 020. [1][4]
Auf derselben Zeile stehen zwei weitere Angaben, die mit der Mengenart durcheinandergeraten. Aus einer Positionsnummer wie NPK 671 lässt sich die Mengenart nicht ablesen, und aus der Mengenart nicht die Preisart; keine der geprüften Quellen stellt zwischen diesen Angaben eine Verbindung her. [1][3] Wie fest die Endsumme ist, machst du mit dem Betrieb ab, siehe Offerte oder Kostenvoranschlag.
Was davon auf deinem Blatt zu sehen ist
Ob eine Offerte ihre Mengenarten ausweist, sagt die Wegleitung nicht. Sie beschreibt die Differenzierung in den Bauadministrationsprogrammen, also in der Software, mit der ein Verzeichnis entsteht, und nicht auf dem Ausdruck, der bei dir ankommt. [1] Zwischen dem, was ein Programm führen kann, und dem, was auf deinem Blatt steht, liegt deshalb eine Lücke, die nur eine Nachfrage schliesst.
Frag danach, solange das Blatt noch ein Angebot ist. Einmal danach, ob die Mengen im Verzeichnis nachgemessen werden oder so abgerechnet werden, wie sie dort stehen. Und einmal danach, was der Betrieb meint, wenn eine Position als Variante bezeichnet ist, und ob ihr Betrag in der Endsumme steckt.
Was eine Primär- oder Eventualvariante ausmacht, bleibt dabei offen, und das ist keine Nachlässigkeit dieser Seite. Kapitel 11 nennt die Varianten und erklärt sie nicht, und das Entscheidungsschema des Malerverbands führt unter den Bedingungen zwar eine Zehnergruppe 040 Unternehmervarianten, sagt aber nichts über deren Menge. [1][4] Steht auf deinem Blatt eine Position als Variante, erfährst du ihre Bedeutung deshalb nur vom Betrieb.
Ob diese Einteilung unverändert weitergilt, wo SIA 118 oder SIA 257 vereinbart sind, ist ungeklärt. Die Ausmassbestimmungen der SIA 118/257 liegen zwar über das Merkblatt des SMGV vor, zu den Mengenarten sagen sie nichts, und die Normtexte selbst wurden nicht beschafft. [3][4] Ob ein privates Regelwerk ohne ausdrückliche Abrede überhaupt für deinen Vertrag gilt, steht unter Gilt SIA 118 automatisch im Werkvertrag.
Verwandte Begriffe
- Leibungen und Stürze im Ausmass: Leibungen und Stürze, in Laufmetern gemessen
- Musterfläche: Wer die Musterfläche bezahlt
- Offerte vs. Kostenvoranschlag: Ist ein Kostenvoranschlag verbindlicher als eine Offerte?
- Vorausmass vs. effektives Ausmass: Was Vorausmass und effektives Ausmass unterscheidet
- Ausmassregeln Maler: Wie Malerflächen in der Schweiz gemessen werden
- NPK 671 (Gipserarbeiten): NPK 671 steht für Innenputze und Stuckaturen
Quellen
- CRB, Schweizerische Zentralstelle für Baurationalisierung: Zürich, «NPK Wegleitung für Anwender», Hochbau, Tief- und Untertagbau, Gebäudetechnik 2025, darin Kapitel 11 Mengenarten und der Hinweis auf die Gliederungsziffer 020 der einzelnen Kapitel
- Fedlex: Obligationenrecht, SR 220, konsolidierte Fassung mit Stand 1. Januar 2026, Art. 373 Abs. 1 und Art. 374
- Eigene Recherche: Der Normpositionen-Katalog ist kostenpflichtig und wurde nicht beschafft; die gewerkespezifischen Ausmassbestimmungen unter der Gliederungsziffer 020 liegen deshalb nicht vor. Für Malerarbeiten wurde gezielt nach einer frei zugänglichen Schweizer Regel zum Messen gesucht und keine gefunden. Ungeklärt bleibt ausserdem, wie sich die NPK-Systematik zu SIA 118 und SIA 257 verhält. Zu Masseinheiten, Positionsnummern und Rundungsregeln wurde in den geprüften Dokumenten nichts gefunden. Stand der Prüfung: 11.08.2026
- SMGV, Schweizerischer Maler- und Gipserunternehmer-Verband: Wallisellen, Merkblatt E Nr. 1 «Erläuterungen und Darstellungen zu den SIA-Ausmassbestimmungen für Malerarbeiten. Inkl. Entscheidungsschemas NPK 675 und NPK 676», Art.-Nr. 2498, Stand September 2024, 28 Seiten. Kapitel 5 gibt nach Angabe des Herausgebers den Originaltext der Norm SIA 118/257 wieder; daraus stammen die drei Ausmassarten und ihre Bauteile. Die Seiten 25 und 26 bilden die Entscheidungsschemas zu NPK 675 und NPK 676 ab; daraus stammen die Hunderter- und Zehnergruppen, die Gruppe 000 Bedingungen, die Zeilen x80 Mehrleistungen und die Sammelpositionen. Die Norm SIA 118/257 und die NPK-Kapitel selbst wurden nicht beschafft. Abgerufen am 13.08.2026.
Stand und Verantwortung
Inhaltlich geprüft am 13. August 2026. Verantwortlich: Redaktion malerofferte.ch.
In eigener Sache
Wer sich die Mengenart ausweisen lässt, bekommt ein längeres und detaillierteres Blatt, und detaillierte Blätter sind unser Produkt: malerofferte.ch leitet Anfragen an Malerbetriebe weiter und wird dafür bezahlt. Der Rat steht hier trotzdem, weil eine Menge ohne ihre Art nicht prüfbar ist. Was er nicht leistet, steht oben: Die Einteilung stammt aus einer Software-Dokumentation, und ob sie auf deinem Ausdruck sichtbar wird, weiss diese Redaktion nicht.
Woher stammt die Zahl neben der Position, aus einem Vorausmass oder aus einer Festmenge? Diese Frage stellst du jedem Betrieb, den du auf malerofferte.ch anfragst, und zwar bevor du die Endsummen der Blätter miteinander vergleichst.
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