Räume & Bauteile

Zimmer streichen, vom Abdecken bis zum zweiten Anstrich

Ein Zimmeranstrich läuft in fünf Positionen ab: abdecken, Untergrund vorbereiten, spachteln und schleifen, zwei Anstriche und Sonstiges. Die zwei Anstriche machen laut dem Baukostenrechner von daibau.ch die Hälfte der Kosten aus, die Vorbereitung gut ein Drittel. Zwischen beiden Anstrichen liegen laut Bosshard-Farben in Rümlang 4 bis 6 Stunden Trocknung.

Redaktionell geprüft: 14. August 2026

Auf einen Blick

Offerteerstellen1Offerteannehmen2Abdecken undvorbereiten3ZweiAnstriche44 bis 6 Std.Warten, bisbelastbar5rund 3 Tageduder Betrieb
Die Reihenfolge der Arbeitsschritte folgt der Kostenaufschlüsselung von daibau.ch, einem kommerziellen Baukostenrechner ohne amtliche Grundlage. Der dritte Schritt fasst Abdecken, Untergrundvorbereitung und Spachtelarbeit zusammen, bei daibau.ch drei getrennte Positionen; der vierte fasst die zwei Anstriche zusammen, und die 4 bis 6 Stunden sind die Trocknung dazwischen. Die zwei Zeitwerte stammen aus zwei Datenblättern von Bosshard-Farben und gelten nur bei 20 Grad und 65 Prozent Luftfeuchtigkeit; kühler oder feuchter dauert beides länger. Wie lange die ganze Arbeit dauert, sagt keine der geprüften Schweizer Quellen.Abfolge der Arbeitsschritte nach daibau.ch, Aktualisierung 8. Juli 2026. Trocknungswerte nach den Technischen Merkblättern BO-Innendispersion (6. März 2025) und EmulSan Wohnraumfarbe (29. Januar 2026) der Bosshard-Farben AG, Rümlang.

Wer den Auftrag erteilt und wer ihn bezahlt

Im Wohneigentum ist die Frage kurz: Wer die Wohnung besitzt, erteilt den Auftrag und bezahlt die Rechnung. In der Mietwohnung hängt der Ablauf an einer Zustimmung, und die gehört vor die Offerte, nicht zwischen das Abdecken und den ersten Anstrich.

Der Unterhalt des Mietobjekts ist nach Art. 256 OR Sache der Vermieterschaft und lässt sich laut Mieterinnen- und Mieterverband auch vertraglich nicht auf die Mieterschaft abwälzen [8]. Wer als Mieterin trotzdem selbst streichen lässt, ändert etwas an der Mietsache und braucht dafür laut Hauseigentümerverband Schweiz die schriftliche Zustimmung der Vermieterschaft, sonst drohen Kündigung und die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands auf eigene Kosten [6]; SRF Kassensturz Espresso antwortet gleich [7].

Dem widerspricht der Malerbetrieb Malerfuchs in Niederönz: Er nennt die vorgängige Zustimmung nicht als Voraussetzung [9]. Der Widerspruch bleibt stehen, statt geglättet zu werden. Mehr dazu unter Wände streichen in der Mietwohnung.

Bevor der Betrieb Farbe anrührt

Am Anfang steht ein Dokument, nicht ein Pinsel. Ob du eine Offerte oder einen Kostenvoranschlag in der Hand hältst, entscheidet später, ob die Schlussrechnung abweichen darf; welche Angaben auf dem Blatt nicht fehlen dürfen und woran das rechtlich hängt, steht dort und nicht in diesem Ablauf.

Wie die Besichtigung vor Ort davor abläuft, lässt sich mit Schweizer Quellen nicht belegen. In den Suchergebnissen dazu stehen fast nur deutsche Malerbetriebe, die einen anderen Markt beschreiben.

Was du wegräumst, bevor der Betrieb kommt

Abdeckarbeiten sind eine eigene Position und binden laut daibau.ch 10 Prozent des Gesamtaufwands [1]. Das ist die einzige belegte Zahl zu diesem Schritt. Was ein leergeräumtes Zimmer gegenüber einem möblierten spart, steht nirgends: Für den Vergleich zwischen bewohnt und leer wurde keine belegte Preiszahl gefunden.

Was der Betrieb abdeckt und was du selbst ausräumst, klärst du vor dem ersten Tag. Ob du während der Arbeiten in der Wohnung bleiben kannst, steht unter bewohnt streichen.

Die Reihenfolge auf der Baustelle

Die Abfolge der Arbeitsschritte lässt sich aus der Kostenaufschlüsselung von daibau.ch ablesen: Abdecken und Schutzmassnahmen 10 Prozent, Untergrundvorbereitung 15 Prozent, Spachteln und Abschleifen 20 Prozent, die zwei Anstriche 50 Prozent, Sonstiges 5 Prozent [1]. Vorbereitung und Abdecken zusammen sind damit 45 Prozent des Aufwands, die eigentlichen Anstriche 50. Wer den Preis einer Offerte nur an der Farbe misst, misst die Hälfte.

Am Untergrund entscheidet sich, wie viel von diesen 45 Prozent anfällt. Muss ein alter Anstrich runter, führt daibau.ch dafür eine eigene Preiskategorie neben dem einfachen Streichen [1]; wie viel das in Franken ausmacht, steht unter Wände streichen. Bei einer Decke laufen Vorbereitung und Anstrich anders als an der Wand, das gehört zu Decke streichen.

Am Ende stehen die Anstriche, und dort entscheidet sich die Zahl der Schichten. Die zwei Datenblätter von Bosshard-Farben gehen von ein bis zwei Anstrichen aus, abhängig vom Untergrund [4][5]. Houzy beziffert den Aufschlag für einen doppelten statt einfachen Anstrich mit bis zu 20 Prozent [3]. Ob dein Zimmer einen oder zwei bekommt, gehört deshalb in die Offerte, siehe Anzahl der Anstriche.

Warum zwischen den zwei Anstrichen ein halber Tag liegt

Ein Zimmer bei 20 Grad und 65 Prozent Luftfeuchtigkeit, also unter genau den Bedingungen, für die Bosshard-Farben seine Zeiten misst: Der erste Anstrich geht um acht Uhr auf die Wand. Zwischen zwölf und zwei Uhr ist er oberflächentrocken und überstreichbar, der zweite Anstrich passt damit in denselben Arbeitstag [4][5]. Belastbar ist die Fläche deswegen nicht. Dafür nennen beide Datenblätter rund 3 Tage [4][5]. Steht dein Zimmer kühler oder ist die Luft feuchter, verschieben sich beide Werte nach hinten, das halten beide Datenblätter fest. Um wie viel, sagen sie nicht. Eine Untergrenze nennen sie dagegen: Die BO-Innendispersion darf nicht unter +3 °C verarbeitet werden, die EmulSan Wohnraumfarbe nicht unter +5 °C [4][5]. Welches Produkt im Zimmer landet, entscheidet mit, ob im ungeheizten Raum gestrichen werden darf.

Überstreichbar heisst nicht bewohnbar: Das Datenblatt sagt, wann die nächste Schicht darf, und nicht, wann du wieder einziehst. [4][5]

Wie lange das Zimmer belegt bleibt

Eine Schweizer Angabe zur Gesamtdauer eines Zimmeranstrichs in Stunden oder Tagen nennt keine der geprüften Quellen. Belegt sind allein die zwei Trocknungswerte oben, und die beschreiben die Farbe, nicht die Arbeit. Wer eine Terminzusage braucht, lässt sie in die Offerte schreiben; was sich zur Dauer sonst noch belegen lässt, steht unter Dauer eines Zimmeranstrichs.

Beim Wiedereinzug wird es noch dünner. Die EmulSan Wohnraumfarbe enthält oxidativ trocknende Bindemittel, und der Hersteller schreibt selbst, während und nach der Trocknung könne ein arttypischer Geruch auftreten; er empfiehlt gerade bei Wohnungsrenovationen intensive Lüftung [5]. Eine Zeitangabe dazu macht er nicht. Wie lange zu lüften ist und ab wann der Raum wieder normal genutzt werden kann, sagt keine der geprüften Quellen: Die Datenblätter schweigen dazu, und die Seite des Bundesamts für Gesundheit war am 11.08.2026 nicht erreichbar. Faustregeln aus deutschen Ratgeberseiten stehen deshalb nicht in diesem Eintrag. Mehr zum Thema unter Geruch beim Streichen und Wiederbezug nach dem Streichen.

Offengelegte Widersprüche und nicht verwendete Quellen

Alle URLs abgerufen am 11.08.2026. Publikations- oder Standdaten stehen bei der jeweiligen Quelle, soweit die Seite eines ausweist. Alle Preis- und Aufwandszahlen dieses Eintrags stammen von kommerziellen Portalen, nicht von einer amtlichen Statistik. Eine solche existiert für Malerarbeiten in der Schweiz nicht.

Woran du am Ablauf erkennst, dass die Offerte vollständig ist

Eine Offerte, die dem Ablauf folgt, weist die Vorbereitung getrennt aus. Abdecken, Untergrund und Spachtelarbeit sind bei daibau.ch drei eigene Kostenblöcke [1]; stehen sie in deinem Dokument als eine Zeile mit dem Wort «Vorarbeiten», lässt sich nicht prüfen, was gerechnet wurde. Die Zahl der Anstriche gehört ausgeschrieben, weil sie den Aufwand um bis zu 20 Prozent verschiebt [3].

Ein Punkt betrifft den Ablauf besonders. Viele Betriebe verrechnen die Anfahrt separat, laut ofri.ch mit CHF 70.- bis CHF 90.- pro Stunde [2]. Wer in Etappen arbeiten lässt, weil das Zimmer bewohnt bleibt oder weil zwischen den Schichten gewartet wird, bezahlt diese Position gegebenenfalls mehrfach. Ob die Anfahrt im Quadratmeterpreis steckt oder daneben, gehört deshalb vor die Unterschrift. Alle diese Zahlen stammen von kommerziellen Portalen ohne offengelegtes Erhebungsverfahren; eine amtliche Preisstatistik zu Malerarbeiten gibt es in der Schweiz nicht. Wie die Arbeit am Schluss übernommen wird, steht unter Abnahme der Malerarbeiten.

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. daibau.ch: «Malerarbeiten, Maler Kosten pro m2 in der Schweiz». Aktualisierungsdatum im Artikel: 8. Juli 2026.
  2. Ofri Internet GmbH: «Malerarbeiten, Kosten und Preise in der Schweiz». Publiziert am 30. August 2023.
  3. Houzy AG (Austrasse 38, 8045 Zürich): «Kosten Maler: Wie viel kostet eine Wand streichen oder tapezieren?». Publiziert am 23. November 2022, Preistabelle mit Vermerk «Stand 2023».
  4. Bosshard-Farben AG (Rümlang): Technisches Merkblatt «BO-Innendispersion» (Art. 10100), datiert 6. März 2025.
  5. Bosshard-Farben AG (Rümlang): Technisches Merkblatt «EmulSan Wohnraumfarbe» (Art. 35770), datiert 29. Januar 2026.
  6. Hauseigentümerverband Schweiz (HEV): «Hat der Mieter ein Recht auf Renovation». Publiziert am 25. August 2025.
  7. SRF, Kassensturz Espresso: «Darf man die Mietwohnung pink streichen?». Publiziert am 1. Oktober 2013.
  8. Mieterinnen- und Mieterverband (MV): «Beim Einzug Wände neu streichen». Kein Publikationsdatum ersichtlich.
  9. Malerfuchs (Malerbetrieb, Niederönz): «Mietwohnung streichen, was ist Pflicht beim Auszug?». Kein Publikationsdatum ersichtlich.

Stand und Verantwortung

Inhaltlich geprüft am 14. August 2026. Verantwortlich: Redaktion malerofferte.ch.

In eigener Sache

Die Kostenanteile auf dieser Seite stammen von daibau.ch, ofri.ch und Houzy, also von kommerziellen Vergleichs- und Vermittlungsportalen ohne offengelegte Erhebungsmethode. malerofferte.ch gehört in dieselbe Gattung und verdient daran, Offertanfragen an Malerbetriebe zu vermitteln. Dass die Vorbereitung getrennt ausgewiesen gehört, bleibt trotzdem richtig, weil sich eine Sammelzeile «Vorarbeiten» nicht nachrechnen lässt.

Abdecken und Untergrundvorbereitung stehen im Ablauf vor dem Anstrich, und getrennt gehören sie auch aufs Blatt. Über malerofferte.ch schreibst du dein Zimmer bei Malerbetrieben deiner Region aus; ob die Anfahrt im Quadratmeterpreis steckt oder daneben, fragst du im selben Zug.

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