Fürs Wohnzimmer gilt eine andere Zahl als fürs Schlafzimmer
Für das Wohnzimmer nennt keine der für diesen Eintrag geprüften Quellen eine eigene Anstrichtechnik. Eigene Zahlen nennen sie fürs Raumklima: Das SMGV-Merkblatt Nr. 93 empfiehlt in der Heizperiode 20 bis 21 °C in Wohnräumen gegenüber 18 °C im Schlafzimmer, bei 30 bis 50 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit, und in kritischen Fällen 5 bis 10 Zentimeter Abstand zwischen Möbel und Aussenwand. [1]
Zuletzt aktualisiert: 17. August 2026
Auf einen Blick
- 20 bis 21 °C | empfohlene Raumtemperatur in Wohnräumen während der Heizperiode, gegenüber 18 °C im Schlafzimmer, SMGV-Merkblatt Nr. 93, Art. 2978, Stand Juni 2009 [1]
- 30 bis 50 Prozent | relative Luftfeuchtigkeit, die derselbe Satz dazu nennt; ein späteres Kapitel desselben Merkblatts setzt für Wohnräume 50 Prozent als Obergrenze [1]
- 5 bis 10 Zentimeter | Abstand zwischen Möbel und Aussenwand, den das Merkblatt in kritischen Fällen bei kühlen Aussenwänden verlangt [1]
- Juni 2009 | Stand des Merkblatts, das alle drei Zahlen trägt; es ist damit siebzehn Jahre alt [1]
In der Schweiz
Das einzige Schweizer Regelwerk, das den bewohnten Raum nach Raumart auseinanderhält, ist kein Anstrichmerkblatt. Es heisst «Schimmelpilzsanierungen», trägt die Artikelnummer 2978 und den Stand Juni 2009 und stammt von den Gemeinsamen Technischen Kommissionen Malergewerbe und Gipsergewerbe des SMGV. [1] In seinem Kapitel 7.1 steht wörtlich:
«Damit man die Raumluft als gesund und frisch empfindet, dürfen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch sein: Empfehlenswert für die Heizperiode ist eine Raumtemperatur von 20 bis 21 °C in Wohnräumen und von 18 °C im Schlafzimmer bei 30 bis 50 % relativer Luftfeuchtigkeit.» [1]
Ob der Verband mit «Wohnräumen» das Wohnzimmer meint oder alle bewohnten Räume ausser dem Schlafzimmer, schreibt er nicht dazu. Dass im selben Satz das Schlafzimmer mit einer eigenen, tieferen Zahl danebensteht, legt das Erste nahe. Diese Lesart stammt von dieser Redaktion und nicht vom Verband.
Derselbe Abschnitt macht eine Einschränkung, die im Altbau zählt: In schlecht gedämmten Gebäuden würden diese Temperaturen wegen der kalten Wände häufig als zu tief empfunden, und dort seien «auch zur Senkung des Risikos für Feuchtigkeits- und Schimmelprobleme etwas höhere Temperaturen nötig». [1] Die Zahl ist also eine Empfehlung mit einer benannten Ausnahme, keine Vorschrift.
Der zweite Teil desselben Kapitels betrifft, was in einem Wohnzimmer an der Wand steht. Wörtlich:
«Werden Möbel zu dicht an Aussenwände gestellt, wird der strahlungsbedingte Wärmeübergang und die Zirkulation der warmen Raumluft verhindert, die Aussenwände bleiben kühler als die übrigen Wandflächen und können so eine kritische Zone bezüglich Kondens- oder Tauwasserbildung darstellen. Zwischen Möbel und Aussenwand sollte in kritischen Fällen (kühle Aussenwände) ein Abstand von 5 bis 10 Zentimetern eingehalten werden. Vorhänge sollten zum Boden und zur Decke hin nicht vollständig abschliessen.» [1]
Zwei Sätze weiter fasst das Merkblatt unter der Überschrift «Das ideale Raumklima» zusammen, in Wohnräumen empfehle es sich, «eine relative Luftfeuchtigkeit von 50% nicht zu überschreiten». [1] Das ist die engere der beiden Angaben und steht in derselben Schrift wie die Spanne von 30 bis 50 Prozent. Was der Verband sonst herausgibt, steht unter SMGV.
Warum ein Schimmelmerkblatt auf einer Anstrichseite steht
Weil es selbst sagt, dass der Anstrich daran nicht das Besondere ist. Zur vierten von fünf Phasen einer Sanierung hält es fest:
«Die Phase 4, Neuaufbau Untergrund und Neubeschichtung, unterscheidet sich bei einer Schimmelpilzsanierung nicht von anderen Maler- oder Gipserarbeiten.» [1]
Der Satz ist für diese Seite in beide Richtungen brauchbar. Er sagt, dass am Wohnzimmer technisch nichts anders läuft als anderswo, und er sagt zugleich, worin der Unterschied dann liegt: im Raum, in dem der Anstrich danach steht. Genau darüber, und nur darüber, macht das Merkblatt Angaben nach Raumart.
Das Merkblatt regelt nicht, wie ein Wohnzimmer gestrichen wird, sondern den Raum, in dem der Anstrich danach steht. [1]
Was beim Ausräumen sichtbar wird
Ein Wohnzimmer ist der Raum, dessen Wände am längsten verstellt sind. Die Schrankwand und die bodenlangen Vorhänge stehen jahrelang am selben Ort, und für ein paar Tage vor dem Anstrich stehen sie es nicht. Das ist die einzige Gelegenheit, die Fläche dahinter überhaupt anzusehen, und das Merkblatt benennt sie als «kritische Zone». [1]
Zu prüfen ist dabei nicht der Anstrich, sondern der Untergrund darunter. Wie ein Betrieb das macht und was er dabei protokolliert, steht unter Untergrundprüfung. Zeigt sich hinter dem Schrank ein dunkler Rand, ist die Frage nicht mehr, welche Farbe darüberkommt, sondern wer den Schaden verantwortet, siehe Schimmel an der Wand; die Vorstufe davon behandelt Feuchtigkeitsflecken.
Und dann bleibt die Frage, wo die Möbel danach hinkommen. Das Merkblatt nennt die 5 bis 10 Zentimeter für «kritische Fälle» und beschreibt diese Fälle als kühle Aussenwände. [1] Ob eine bestimmte Wand in deinem Wohnzimmer dazugehört, entscheidet ihre Oberflächentemperatur, und die misst man; das Merkblatt führt das Messen der Wandoberflächentemperatur unter seinen vier Methoden zur Ursachenermittlung auf. [1] Eine Grenztemperatur, ab der eine Wand als kühl gilt, nennt es nicht.
Der Rest ist ein gewöhnlicher Zimmeranstrich
Was der Betrieb tut, vom Abdecken bis zum zweiten Anstrich, und wie lange die Farbe zwischen zwei Schichten braucht, steht unter Zimmer streichen und gilt hier unverändert. Was die Fläche kostet und warum die Portale sich um den Faktor fünf widersprechen, steht unter Wände streichen. Die Decke darüber läuft anders als die Wand, siehe Decke streichen. Wer die Möbel wegräumt und wer sie abdeckt, gehört vor den ersten Tag geklärt, siehe Abdecken; ob du während der Arbeiten in der Wohnung bleiben kannst, steht unter Streichen in bewohnter Wohnung, und was sich zur Dauer belegen lässt, unter Dauer eines Zimmeranstrichs.
Ein Punkt bleibt offen, und er betrifft gerade dieses Zimmer. In vielen Schweizer Wohnungen geht der Essbereich ohne Wand ins Wohnzimmer über. Ob eine solche Fläche als ein Raum oder als zwei ausgemessen wird, hat diese Redaktion nicht recherchiert. [LÜCKE: Für den offenen Wohn- und Essbereich wurde keine Ausmassregel gesucht; diese Redaktion hat dazu keine Suche durchgeführt und behauptet deshalb nicht, dass es keine gibt.] Wie ein Ausmass überhaupt zustande kommt, steht unter Vorausmass und Ausmass.
Wer den Auftrag erteilt, hängt am Besitzverhältnis und nicht am Zimmer. In der Mietwohnung bleibt der Unterhalt nach Art. 256 Abs. 1 OR Sache der Vermieterschaft [2]; ob du selbst streichen lassen darfst, entscheidet sich davor, siehe Wände streichen in der Mietwohnung, und was beim Auszug geschuldet ist, unter wer beim Auszug die Malerarbeiten zahlt. Welche Betriebe in deiner Nähe arbeiten, siehst du unter Maler in Zürich, und die übrigen Räume stehen im Maler-Lexikon.
Was dieser Eintrag nicht belegt
Alle URLs abgerufen am 15.08.2026. Die Hauptquelle dieses Eintrags ist ein einziges Verbandsmerkblatt, und sein Gegenstand ist die Schimmelpilzsanierung, nicht der Wohnzimmeranstrich. Das schränkt jede Aussage oben ein.
Das Merkblatt trägt den Stand Juni 2009 und ist damit siebzehn Jahre alt. Es verweist seinerseits auf die Wegleitung «Vorsicht Schimmel» des Bundesamts für Gesundheit und auf das Suva-Merkblatt Nr. 44081; beide sind für diesen Eintrag nicht geöffnet worden, und ob sie die Klimazahlen bestätigen oder inzwischen andere nennen, ist hier nicht geprüft.
Eine raumspezifische Schweizer Herstellerquelle für den Wohnraumanstrich liegt nicht vor. Die für dieses Lexikon geprüften Innenfarben-Datenblätter äussern sich zur Farbe und nicht zum Raum, und ihre Trocknungswerte sind bei 20 °C und 65 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit gemessen. Diese Messfeuchte liegt über der Spanne, die das Merkblatt für einen beheizten Wohnraum empfiehlt. Was daraus für die Trocknung folgt, sagt keine der beiden Quellen, und dieser Eintrag rechnet es nicht aus.
Nicht übernommen sind Gestaltungsaussagen zur Farbwahl im Wohnzimmer. Für die Frage, welcher Ton in welchen Raum passt, hat dieses Lexikon in Schweizer Verbandsquellen gesucht und nur Meinungsbeiträge gefunden, keine Regel und keine prüfbare Grösse.
Was ein möbliertes Zimmer gegenüber einem leergeräumten an Aufwand kostet, steht hier bewusst nicht. Der Nulltreffer dazu ist in diesem Lexikon bereits zweimal aufgeschrieben, auf der Ablaufseite und auf der Preisseite, und ein drittes Mal macht ihn nicht belastbarer.
Verwandte Begriffe
- Zimmer streichen: Zimmer streichen, vom Abdecken bis zum zweiten Anstrich
- Badezimmer streichen: Badezimmer streichen, drei Stufen der Feuchtigkeit
- Küche streichen: Die Küche gilt in zwei Merkblättern als Trockenraum
- Keller streichen: Keller streichen, wenn Salz aus dem Putz kommt
- Geruch beim Streichen: Was beim Streichen riecht und was das Merkblatt empfiehlt
- Wiederbezug nach dem Streichen: Trockene Farbe oder bewohnbares Zimmer
Quellen
- Schweizerischer Maler- und Gipserunternehmer-Verband (SMGV), Gemeinsame Technische Kommissionen Malergewerbe und Gipsergewerbe, Wallisellen: Merkblatt «Schimmelpilzsanierungen», Art. 2978, Stand Juni 2009, 16 Seiten. Primärquelle, Fachverband Schweiz. Das PDF wurde für diesen Eintrag geladen (85 553 Byte) und mit PyMuPDF im Volltext gelesen; alle Zitate stammen aus diesem Volltext, nicht aus einer Zusammenfassung. Fundstellen im Text: Kapitel 7.1, Seiten 12 bis 14, sowie Kapitel 6, Seite 12. (Stand Juni 2009, abgerufen am 15.08.2026)
- Fedlex, Bundeskanzlei: Obligationenrecht, SR 220, konsolidierte Fassung. Herangezogen für Art. 256 Abs. 1 OR; der Wortlaut steht auf den Mietrechtsseiten dieses Lexikons und wird hier nicht wiederholt. (Stand 1. Januar 2026, abgerufen am 15.08.2026)
Stand und Verantwortung
Die inhaltliche Prüfung dieses Eintrags steht aus. Zuletzt geändert am 17. August 2026. Verantwortlich: Redaktion malerofferte.ch.
In eigener Sache
Verstellte Flächen an der Aussenwand zu nennen und den Untergrundbefund zu verlangen, macht die Anfrage genauer, und genauere Anfragen sind das, wofür Malerbetriebe malerofferte.ch bezahlen. Eine eigene Anstrichtechnik fürs Wohnzimmer nennt dagegen keine der geprüften Quellen; die Zahlen dieser Seite betreffen das Raumklima und stammen aus dem SMGV-Merkblatt Nr. 93.
Die Wand hinter der Schrankwand siehst du nur in den Tagen, in denen sie leergeräumt ist. Schreib deshalb in die Anfrage, welche Flächen an einer Aussenwand verstellt waren, und verlange in der Offerte den Befund zum Untergrund. Über malerofferte.ch geht dieselbe Beschreibung an Betriebe aus deiner Umgebung, etwa an Malerbetriebe in Zürich. Zeigt sich hinter dem Schrank ein dunkler Rand, gehört die Ursache vor jede Preiszeile.
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