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Wie trocken muss ein Holzfenster vor dem Anstrich sein?

Vor dem Anstrich misst der Betrieb die Holzfeuchte. Für Fensterrahmen nennen zwei technische Merkblätter der Bosshard-Farben AG in Rümlang höchstens 12 Prozent und nehmen das Fenster damit von ihrer eigenen 15-Prozent-Grenze aus. [1][3] Die Norm SIA 257 verlangt nach dem Merkblatt Nr. 92 des SMGV, dass die baustoffspezifischen Werte eingehalten werden, nennt aber keinen. [7] Innenseite und Wetterseite bekommen getrennte Systeme. [4][5]

Redaktionell geprüft: 14. August 2026

Die Werte, an denen ein Fenster hängt

UntergrundFensterholz, höchstens 12 Prozent feuchtGrenzwert aus zwei Bosshard-Merkblättern1. SchichtAlligator HolzgrundierungArt. 02110, für Aussenanstriche auf Holz2. SchichtPigaPur Primerim Aufbau des Emaille-Blatts genannt3. Schicht2x PigaPur Emaille 40Art. 51112, der Deckanstrich
Gezeichnet ist der Aufbau, den das Merkblatt zu PigaPur Emaille 40 für aussenbewittertes Holz nennt. Dasselbe Blatt empfiehlt für Fenster ein anderes Produkt, PigaPur Exterior, und wie dessen Aufbau aussieht, steht dort nicht. Für die Innenseite eines Holz-Metall-Fensters nennt ein zweites Blatt einen eigenen, kürzeren Aufbau. Der Grenzwert von 12 Prozent an der untersten Lage stammt aus zwei weiteren Merkblättern desselben Herstellers; eine Schichtdicke behauptet die Zeichnung nicht.Aufbau nach dem Technischen Merkblatt zu PigaPur Emaille 40, Art. 51112, Bosshard-Farben AG, Stand 17.03.26. Grenzwert der Holzfeuchte nach den Merkblättern zu Alligator Holzgrundierung, Art. 02110, und PigaSil Filler, Art. 50010.

Die Norm verlangt einen Wert und nennt ihn nicht

Wie ein Betrieb in der Schweiz den Untergrund prüft, steht in der Norm SIA 257 «Maler- und Tapezierarbeiten» in der Ausgabe 2021. Der Schweizerische Maler- und Gipserunternehmer-Verband hat ihre Prüfmethoden im Merkblatt Nr. 92, Artikelnummer 2451, Stand Juli 2022, aufbereitet; der Normtext selbst wird kommerziell vertrieben, weshalb jede Normpassage hier ein Zitat zweiter Hand aus diesem Merkblatt ist. [7] Für Holz einschlägig ist die Prüfmethode P11, die Feuchtemessung: Gemessen wird nach dem Merkblatt «mit Feuchtemessgeräten, einem CM-Prüfgerät oder im Labor (Darr-Methode)» der Gehalt an Feuchtigkeit im Untergrund in Masse-Prozent. [7]

Die Massnahme dazu lautet wörtlich: «Zu feuchte Untergründe dürfen nicht beschichtet werden, die baustoffspezifischen Feuchtigkeitswerte sind unbedingt einzuhalten.» [7] Damit verlangt die Norm einen Wert, ohne ihn zu nennen. Wer wissen will, wie feucht zu feucht ist, findet die Zahl nur beim Stoff, der auf das Holz kommt.

Dort steht die Zahl. Die Alligator Holzgrundierung der Bosshard-Farben AG, Artikel 02110, schreibt: «Die Holzfeuchtigkeit darf für Fensterrahmen max. 12 % und für nicht masshaltiges Holz max. 15 % betragen.» [1] Der Vorlack PigaSil Filler desselben Herstellers, Artikel 50010, zieht dieselbe Grenze aus der anderen Richtung: «Die Holzfeuchtigkeit darf max. 15 % betragen, im Fensterbau max. 12 %.» [3] Zwei Produkte desselben Herstellers also, und beide nehmen den Fensterrahmen von der Grenze aus, die sie selbst für ihr übriges Holz setzen.

Eine allgemeine Grenze für Holz ist das nicht. Beim Holzöl desselben Herstellers hängen die zwei Werte nicht am Bauteil, sondern daran, ob das Holz innen oder draussen steht; die Zahlen dazu stehen unter Holzöl. Welcher Wert gilt, entscheidet damit das Gebinde und nicht das Fenster.

Die Norm nennt keine Zahl, das Datenblatt schon: Die Alligator Holzgrundierung lässt am Fensterrahmen 12 Prozent zu und an nicht masshaltigem Holz 15. [1][7]

Zum Beruf gehört diese Messung ohnehin. Der Bildungsplan für Malerin und Maler EFZ hält im Leistungsziel 2.2.2 fest, dass Maler EFZ den Untergrund prüfen und beurteilen, und zwar «nach SIA-Normen bzw. technischen Merkblättern des SMGV», unter anderem auf die Feuchtigkeit des Untergrundes. [8] Das Merkblatt selbst nimmt sich dabei zurück: Es erhebt nach eigener Angabe «keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Allgemeingültigkeit». [7]

Innenseite und Wetterseite sind zwei Baustellen

Ein Fenster steht in zwei Klimazonen gleichzeitig, und die geprüften Blätter behandeln die zwei Seiten getrennt. Für die Innenseite führt die Bosshard-Farben AG den ArboPur Spritz-Finish DS farblos, Artikel 05679, einen wässrigen 1K-Klarlack zum Spritzen auf PUR-Basis, laut Blatt «speziell für Holz-Metallfenster aber auch für viele andere Holzoberflächen im Innenbereich geeignet». Derselbe Satz endet mit vier Wörtern, die keine Auslegung zulassen: «Nicht im Aussenbereich einsetzen.» [4] Verarbeitet werden darf er nicht unter +10 Grad, gemessen an Material, Untergrund und Luft. [4]

Für aussen nennt das Merkblatt zu PigaPur Emaille 40, Artikel 51112, einen eigenen Aufbau aus Grundierung, Primer und zwei Deckanstrichen, und im selben Blatt steht der Satz: «Für Fenster empfehlen wir z.B. PigaPur Exterior.» [5] Der Hersteller schreibt also einen Aufbau hin und schickt für das Fenster gleich zu einem anderen Produkt weiter; wie dessen Aufbau aussieht, steht im geprüften Blatt nicht. Das ist die Lesart dieser Redaktion; der Satz selbst gehört dem Hersteller. Welche Rolle die unterste Lage dabei spielt, steht unter Grundierung, Tiefgrund, Haftgrund.

Was am selben Holz sonst noch zur Sprache kommt, beantwortet diese Seite bewusst nicht. Ob deckend oder transparent gearbeitet wird, gehört zu Täfer streichen oder lasieren. Was mit unbehandeltem Holz an der Wetterseite über die Jahre geschieht, steht unter Vergrauung, und womit Holz gegen Insekten behandelt wird, unter Holzschutzmittel. Für die Wand rund um das Fenster gilt wieder anderes, siehe Holzfassade streichen.

Der Schleifgang wartet länger als der Anstrich

Der Alligator Aussenvorlack 7500, Artikel 02200, ordnet Fenster in seiner eigenen Aufzählung den «masshaltigen oder bedingt masshaltigen» Bauteilen zu, zusammen mit Jalousieläden, Garagentoren und Türen. [2] Was dasselbe Blatt für das Tor in dieser Aufzählung bedeutet, steht unter Garagentor aus Holz oder aus Metall; dort stehen auch die zwei früheren Zeitwerte des Vorlacks. Hier zählt der späteste: schleifbar nach 24 Stunden, gemessen bei 20 Grad und 65 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. [2]

Gerade dieser späte Wert ist der interessante. Überstreichen darf der Betrieb früher, schleifen erst nach 24 Stunden, und geschliffen wird zwischen Vorlack und Deckanstrich. Wer am Fenster einen sauberen Aufbau will, wartet also nicht auf die Farbe, sondern auf das Schleifpapier. Aus den Zeitwerten dieses Blatts folgt damit, dass ein Fensterflügel über mehrere Tage angefasst wird; dieser Schluss ist der dieser Redaktion und steht so in keiner Quelle. Was die Werte bei anderen Bedingungen wert sind, sagt das Blatt nicht; die allgemeine Frage danach steht unter Trocknungszeiten und, für die Aussenwand, unter Wetterabhängigkeit an der Fassade.

Ein Lack, den der Hersteller am Fenster ausschliesst

Am Ende einer Fassadenrenovation steht ein angebrochenes Gebinde PigaPur Flex auf dem Gerüst, und die Fensterflügel derselben Fassade sind noch nicht gestrichen. Der Lack hat an der Wand gehalten, und bezahlt ist er auch. Für genau diesen Fall führt die Produktübersicht der Bosshard-Farben AG bei PigaPur Flex den Vermerk «Nicht geeignet für Fenster- und Rolladenanstriche», mit der Begründung des Herstellers: «Aufgrund der sehr hohen Elastizität kann es zu Verklebungen kommen.» [6]

Was der Hersteller mit Verklebungen meint, schreibt er nicht aus. Nach der Lesart dieser Redaktion geht es darum, dass am Fenster zwei gestrichene Flächen regelmässig gegeneinander gepresst werden, Flügel und Rahmen, sobald jemand zumacht. Belegt ist der Satz davor: dass ein Produkt an der Wand taugt und am Flügel ausdrücklich nicht, und zwar nach Angabe des Herstellers zu seinem eigenen Lack. [6] Für die Läden daneben gilt derselbe Vermerk nicht automatisch, und für den Rahmen allein wieder anderes, siehe Fensterrahmen streichen.

Offengelegte Schwächen

Was in der Zeile für das Fenster stehen muss

Ohne den Produktnamen lässt sich auf dieser Seite keine einzige Zahl nachschlagen, denn an ihm hängen die Feuchtegrenze, die Verarbeitungstemperatur und die Wartezeit bis zum Schleifen. [1][2][4] Dazu gehört das Ergebnis der Feuchtemessung samt Methode, die der Betrieb nach SIA 257 ohnehin schuldet und die ihn einen Satz kostet. [7] Innen- und Aussenseite gehören getrennt aufgeführt, weil zwei Systeme zwei Positionen sind. [4][5] Und die Zahl der Arbeitsgänge gehört ausgeschrieben: Grundierung, Vorlack und Deckanstrich stehen im Blatt des Herstellers als drei Schritte. [5]

Ob die Position nach Stück oder nach Quadratmeter gerechnet wird, sagt keine der hier verwendeten Quellen; wie die Fläche rings um die Öffnung überhaupt zustande kommt, steht unter Leibungen und Stürze im Ausmass. Ob dich die Endsumme bindet, hängt nicht am Wort auf dem Blatt, sondern an der Preisabrede, siehe Offerte oder Kostenvoranschlag. Und wer die Rechnung am Ende trägt, entscheidet kein Datenblatt: In der Mietwohnung ist das eine Frage des Mietrechts und nicht dieser Seite.

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Bosshard-Farben AG: Ifangstrasse 97, 8153 Rümlang, Technisches Merkblatt «Alligator Holzgrundierung», Artikel 02110, Datierung im Dokument 9.8.23.
  2. Bosshard-Farben AG: Technisches Merkblatt «Alligator Aussenvorlack 7500», Artikel 02200, Datierung im Dokument 4.6.25.
  3. Bosshard-Farben AG: Technisches Merkblatt «PigaSil Filler», Artikel 50010, Datierung im Dokument 15.1.25.
  4. Bosshard-Farben AG: Technisches Merkblatt «ArboPur Spritz-Finish DS farblos», Artikel 05679, Datierung im Dokument 11.6.25.
  5. Bosshard-Farben AG: Technisches Merkblatt «PigaPur Emaille 40», Artikel 51112, Datierung im Dokument 17.03.26.
  6. Bosshard-Farben AG: Produktkategorien-Übersicht, Produktabschnitt «PigaPur Flex».
  7. SMGV Schweizerischer Maler- und Gipserunternehmer-Verband: Redaktion GTK/M zusammen mit dem VSLF: Merkblatt Nr. 92 «Prüfmethoden» (gemäss SIA 257), Artikelnummer 2451, Stand Juli 2022.
  8. SMGV und FREPP: genehmigt durch das SBFI: Bildungsplan Malerin/Maler EFZ, Berufsnummer 53002, vom 22.07.2014, in Kraft seit 01.01.2015, Leistungsziel 2.2.2.

Stand und Verantwortung

Inhaltlich geprüft am 14. August 2026. Verantwortlich: Redaktion malerofferte.ch.

In eigener Sache

Bezahlt wird unser Vergleichsportal von den Betrieben, an die wir Anfragen weitergeben, und dieser Eintrag rät dir zweimal, eine zu stellen. Das ändert nichts daran, dass ohne den Produktnamen keine einzige Zahl dieser Seite auf dein Fenster passt. Welches der genannten Produkte dorthin gehört, sagen wir nicht, denn das entscheidet der Betrieb nach der Messung am Bauteil, und wir messen nichts.

Innenseite und Wetterseite sind zwei Positionen, und ohne den Produktnamen lässt sich zu keiner von beiden eine Zahl nachschlagen. Deine Anfrage geht über malerofferte.ch an Betriebe, die Fenster machen; lass darin die zwei Seiten einzeln aufführen. Das Ergebnis der Feuchtemessung schuldet der Betrieb nach SIA 257 ohnehin.

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