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Was auf eine Holztreppe kommt

Auf eine Holztreppe im Innenbereich kommt dasselbe System wie auf einen Parkettboden. Das Merkblatt der Bosshard-Farben AG zum ArboFloor Finish nennt Treppen ausdrücklich im Anwendungsbereich und verlangt für Treppenstufen immer mindestens zwei Siegelaufträge [1]. Im Leistungsverzeichnis NPK 675 steht die Treppe in derselben Hauptgruppe wie der Boden, mit einer eigenen Positionsgruppe 440 [3].

Redaktionell geprüft: 14. August 2026

Die Werte, an denen die Treppe hängt

fristenband, zwei getrennte massstäbeMassstab 1: Stunden nach dem Auftrag, 0 bis 24gestrichelte Kante: Richtwert, keine feste ZahlAuftrag ArboFloor Finish06121824Stunden nac…SchleifbarDurchgetrocknetanderer MassstabMassstab 2: Tage nach dem Auftrag, 0 bis 701234567Tage nach d…Endhärtelaut Blatt 3 bis 4 Tage
Die Werte gelten für den ArboFloor Finish der Bosshard-Farben AG bei einer Auftragsmenge von 100 Gramm je Quadratmeter und hängen laut Blatt von Temperatur, Schichtdicke, Luftfeuchtigkeit und Luftaustausch ab; bei Eiche, Kiefer und Tropenhölzern kann sich die Trocknung verzögern. Die gestrichelte Kante am unteren Balken zeigt, dass das Blatt dort eine Spanne von 3 bis 4 Tagen nennt und keinen festen Wert. Die zwei Bänder haben getrennte Massstäbe.Technisches Merkblatt ArboFloor Finish (Art. 05920, 17.12.25), Bosshard-Farben AG, Rümlang.

Unter welcher Nummer eine Treppe ausgeschrieben wird

Das Merkblatt E Nr. 1 des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbands, Art. 2498, Stand September 2024, bildet die Ausmassbestimmungen der SIA 118/257 ab und stellt die Entscheidungsschemas zu den NPK 675 und 676 daneben. Für Malerarbeiten innen führt es die Hauptgruppe 400 auf, wörtlich:

«400 Beschichtungen auf Böden und Treppen · 410 Mineralische Böden · 420 Böden aus Holz und Holzwerkstoffen · 430 Metallböden · 440 Treppen und Treppenwangen» [3]

Die Treppe steht damit im Katalog neben dem Boden und nicht bei den Wänden. Ihre Wange ist noch einmal getrennt: In der Aufzählung der Bauteile, die nach Ziffer 5.2.3 unter Angabe der Abwicklung in Laufmetern gemessen werden, steht «Treppenwangen» [3]. Eine Treppe zerfällt in der Offerte deshalb regelmässig in mehr als eine Zeile, eine für die begangene Fläche und eine für die Wange in Laufmetern. Das Geländer ist noch einmal etwas anderes und läuft unter der Ausschreibungsgruppe A. 4.2, ebenfalls in Laufmetern [3]. Wie diese Mengenarten zusammenhängen, steht unter Mengenarten im NPK, die Klassen dahinter unter Strukturklassen.

Der Normtext der SIA 118/257 selbst ist für diesen Eintrag nicht gekauft worden. Zitiert ist die Wiedergabe im Verbandsmerkblatt, das ihn als Originaltext abdruckt. Was eine Norm im Vertrag überhaupt bewirkt, steht unter SIA-Norm.

Was der Betrieb an der Treppe tatsächlich macht

Die Bosshard-Farben AG an der Ifangstrasse 97 in 8153 Rümlang führt für Holzoberflächen im Innenbereich zwei aufeinander abgestimmte Erzeugnisse. Der ArboFloor Finish, Art. 05920, Blatt vom 17. Dezember 2025, ist ein «wasserbasierter, einkomponentiger, schnelltrocknender Siegellack für Holzoberflächen im Innenbereich wie Parkettböden, Holzfussböden und Treppen» [1]. Darunter liegt der ArboFloor Primer, Art. 05930, Blatt vom 19. November 2024, eine wasserbasierte 1K-Grundierung für Holzparkettböden [2].

Beide Blätter verlangen denselben Ausgangszustand: Die Oberfläche muss auf Korn 150 geschliffen, sauber, trocken und frei von Fett, Öl, Harz und Staub sein, und die Holzfeuchte darf höchstens 12 Prozent betragen [1] [2]. Für rohes Holz nennt der Aufbau einen Primerauftrag, und das Blatt schreibt dazu in Klammern, das gelte auch für Treppenstufen aus zum Beispiel Buchenholz [1] [2]. Wichtig ist die Regel unmittelbar danach: Der Primer darf nicht geschliffen werden [1] [2]. Geschliffen wird erst zwischen den Siegelaufträgen, mit Korn 180 bis 220 [1].

Für die Stufen selbst enthält das Blatt einen eigenen Satz: Treppenstufen erhalten immer mindestens zwei Anstriche mit ArboFloor Finish [1]. Zwei Siegelaufträge sind auch der Regelaufbau für eine Fläche; die Treppe unterscheidet sich nicht in der Zahl, sondern darin, dass das Blatt hier keine Verkürzung zulässt. Stärker beanspruchte Flächen erhalten nach demselben Blatt drei Siegelaufträge, und ohne Primer verlangt es eine Trockenschichtdicke von mindestens 50 bis 70 Mikrometern, die es durch einen satten Auftrag mit dreimal ArboFloor Finish erreicht sieht [1]. Was eine solche Schichtangabe mit der Zahl der Anstriche zu tun hat, steht unter Anzahl der Anstriche; wozu eine Grundierung überhaupt da ist, unter Grundierung, Tiefgrund und Haftgrund.

Der Unterschied an der Treppe steht im Wort immer und nicht in der Zahl der Anstriche. [1]

Wie viele Tage die Treppe nicht benutzbar ist

Vier Zeitangaben aus demselben Blatt ergeben die Antwort, alle bei einer Auftragsmenge von 100 Gramm je Quadratmeter: staubtrocken nach rund 20 Minuten, schleifbar nach 6 bis 7 Stunden, durchgetrocknet nach rund 8 Stunden, Endhärte nach 3 bis 4 Tagen [1]. Der Primer darunter braucht vor dem ersten Siegelauftrag 6 bis 7 Stunden, und der Zwischenschliff folgt 7 bis 8 Stunden nach diesem [1].

Wer sie addiert, kommt für rohes Holz auf drei Arbeitsgänge, zwischen denen jeweils ein grosser Teil eines Tages verstreicht: Primer, erster Siegelauftrag am folgenden Tag nach dem Schliff, zweiter Siegelauftrag danach. Das ist die Untergrenze und keine Terminplanung, denn keine der sechs Angaben sagt, wann jemand morgens anfängt. Die Endhärte liegt in jedem Fall 3 bis 4 Tage nach dem letzten Auftrag [1]. Eine Treppe ist in dieser Zeit der einzige Weg zwischen zwei Geschossen, und genau darin unterscheidet sie sich von einem Zimmerboden. Wie sich das Wohnen während solcher Etappen organisieren lässt, steht unter Streichen in der bewohnten Wohnung; woran eine Zeitangabe im Merkblatt hängt, unter Trocknungszeiten.

Ob eine versiegelte Treppe rutschhemmend genug ist, sagt das geprüfte Blatt nicht. Es nennt keine Rutschhemmklasse. Andere Blätter desselben Herstellers verweisen für Bodenflächen auf einen Leitfaden der bfu, der für diesen Eintrag nicht geöffnet worden ist.

Offengelegte Grenzen dieser Quellenlage

Woran du erkennst, dass die Offerte deine Treppe meint

Drei Angaben machen die Zeile prüfbar. Erstens die Trennung nach Bauteil, also Stufen, Wange und Geländer getrennt, weil das Leistungsverzeichnis sie getrennt führt und die Wange in Laufmetern gemessen wird [3]. Zweitens das Erzeugnis mit Namen und Artikelnummer, damit sich Schliffkörnung, Holzfeuchtegrenze und Wartezeiten im Blatt nachlesen lassen. Drittens die Zahl der Siegelaufträge, weil das Blatt zwei als Minimum und drei für stärker beanspruchte Flächen nennt [1]. Ob dich die Endsumme eines solchen Papiers bindet, steht unter Offerte und Kostenvoranschlag; wie aus Bauteilen Mengen werden, unter Ausmassregeln für Malerarbeiten.

Steht schon eine alte Versiegelung auf der Treppe, ändert das den Aufbau: Für angeschliffene Altversiegelungen verlangt das Blatt keinen Primer, sondern zwei bis drei Aufträge Siegellack [1]. Ob die alte Schicht bleibt oder herunter muss, entscheidet die Prüfung am Objekt, siehe Altanstrich entfernen.

In der Mietwohnung bleibt der Unterhalt nach Art. 256 Abs. 1 OR bei der Vermieterschaft. Eine Treppe im Wohneigentum trägt die Eigentümerschaft, im Stockwerkeigentum je nachdem die Gemeinschaft, wenn sie zu den gemeinschaftlichen Teilen zählt.

Verwandte Begriffe

Quellen

  1. Bosshard-Farben AG: (Ifangstrasse 97, 8153 Rümlang), Technisches Merkblatt «ArboFloor Finish» (Art. 05920), datiert 17.12.25. Herstellerdokument eines Schweizer Herstellers, Hauptquelle dieses Eintrags. Primärquelle für die eigenen Angaben des Herstellers zu seinem eigenen Produkt, keine unabhängige Prüfung der Werte. Das Blatt verweist für die Behandlung von Holzböden auf technische Regeln von Lignum, die für diesen Eintrag nicht geöffnet worden sind.
  2. Bosshard-Farben AG: Technisches Merkblatt «ArboFloor Primer» (Art. 05930), datiert 19.11.24. Herstellerdokument desselben Herstellers.
  3. SMGV Schweizerischer Maler- und Gipserunternehmer-Verband: Merkblatt SMGV E Nr. 1 «Erläuterungen und Darstellungen zu den SIA-Ausmassbestimmungen für Malerarbeiten, inkl. Entscheidungsschemas NPK 675 und NPK 676», Art. 2498, Stand September 2024, 28 Seiten. Verbandsquelle. Sie druckt den Originaltext der SIA 118/257 ab und ordnet ihn den NPK-Positionsgruppen zu. Die Norm SIA 118/257 selbst ist kostenpflichtig und für diesen Eintrag nicht beschafft worden; zitiert ist ausschliesslich die Wiedergabe im Merkblatt. Der Anhang A ist laut Herausgeber tabellarisch und visuell modifiziert und deshalb Verbandsdarstellung, nicht Normtext.

Stand und Verantwortung

Inhaltlich geprüft am 14. August 2026. Verantwortlich: Redaktion malerofferte.ch.

In eigener Sache

Eine Treppe belegt mehrere Zeilen im Angebot und mehrere Tage im Haus. Das macht das Vorhaben teurer und seltener, und seltenere Vorhaben heissen weniger Offertanfragen, von deren Vermittlung an Malerbetriebe malerofferte.ch lebt. Kürzer geben die zwei geprüften Blätter die Sache nicht her.

Lass Stufen, Wange und Geländer einzeln offerieren und dazu die Zahl der Siegelaufträge nennen. Über malerofferte.ch fragst du dieselbe Treppe bei Betrieben aus deiner Region an. Frag im selben Zug, ab wann die Treppe wieder begangen werden darf und ab wann sie voll belastbar ist, denn das sind nach dem Blatt zwei verschiedene Zeitpunkte.

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